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Robert Wendel: Diplomingenieur. Bühnen- und Kostümbildner. Mediendesigner

Auf dieser Seite stelle ich die Fotografie als einen Teilbereich meines künstlerischen Schaffens vor.

Es begann mit Zeichnen in einem Volkskunstzirkel - Anatomie nach akademischer Art und Beteiligung an Ausstellungen in Berlin, Warschau und Moskau.

Anfang der 80er Jahre dann der berufliche Wechsel zur Kunst - zum Theater: Volksbühne Berlin als Bühnentechniker, nach den Stadttheatern Wittenberg und Freiberg dann zum Deutschen Theater Berlin als Bühnenbildassistent. Daneben und später frei als Bühnen- und Kostümbildner in Dresden, Cottbus, Heidelberg, Schwedt, Anklam, Duisburg, Greifswald, Luxemburg, Halle, Off-Theater in Berlin.

Die Fotografie ist für mich ein Extrakt aus Zeichnung, Malerei, Theater, Architektur. Mein schwarzer Raum mit den Lampen und Requisiten erinnert mich an die Bühne des Theaters. Allerdings verblassen diese Erinnerungen allmählich und werden durch neue Eindrücke gelegentlicher Arbeit bei Film und Fernsehen verdrängt.

Ich finde es äußerst bedenklich, wenn jemand sagt, daß er Menschen als Werkzeug oder als Material  benutzt.

Ich hoffe, daß ich Menschen als Menschen porträtiere.

Diese Menschen sind vorwiegend Schauspieler, Tänzerinnen und andere Künstler, aber auch Menschen aus dem sogenannten "normalen Leben" und  ich betrachte sie als meine Freunde, was heißen soll, daß ich mit meinen Bildern niemals jemand bloßstellen oder lächerlich machen möchte. Wenn jemand neu zu mir kommt, entsteht dieses freundschaftliche Verhältnis fast immer ziemlich schnell. Man trifft sich zu gemeinsamer künstlerischer Arbeit und manche bleiben mir und manche verschwinden wieder aus meinem Leben. Und hin und wieder meldet sich auch jemand erst nach sehr langer Zeit .

Ich arbeite am liebsten mit Menschen, die in irgendeiner Weise selbst kreativ sind oder mich auf besondere Weise inspirieren. Natürlich bin ich immer auf der Suche nach neuen Gesichtern, versuche aber hauptsächlich, mit einem kleinen Freundeskreis kontinuierlich und langfristig zu arbeiten.

Selbst ein Akt sollte immer ein Portrait sein und keine "Körperlandschaft", bei der die Steine am Strand und irgendwelche Sträucher wichtiger sind als der dargestellte Mensch. Sicher gelingt das nicht immer. Wenn ich Akt fotografiere, geht es mir nicht um aufreizend sexy Posen und gefällige Erotik, sondern um das archaische Freimachen von Verhüllungen und modischen Verkrustungen und das Abreißen von Accessories und Statussymbolen.

Heiner Müller läßt in "Der Bau" eine Figur sagen:
"Du willst allen gefallen? Dann mußt Du Schlagersänger werden" - Ich bin kein Schlagersänger.
Und die alte Meisterin, bei der ich vor vielen Jahren malen lernte, sprach:
"Dem Ungebildeten gefällt das Billige. Kunst zu verstehen, setzt Bildung voraus. Kunst verstehen zu lernen ist Bildung"

Mein liebster Kommentar:
"Eine ganze Geschichte in einem Foto mit wunderbarem Licht und exzellentem Schnitt – da gibt es wohl einen Fotografen, dessen Bilder zuerst im Kopf entstehen!"

Das stimmt so aber nicht ganz. Ich habe kein vorgefasstes Konzept und ich konstruiere keine Bilder.
Ich sorge für Raum, Licht, Umfeld, Stimmung und dann lasse ich gemeinsam mit den Beteiligten Bilder entstehen, so wie ein Maler mit der leeren weißen Leinwand beginnt. So kann es schon mal passieren, daß ich im Vorfeld einer Sitzung, besonders wenn jemand neu zu mir kommt, den Eindruck erwecke, daß ich keine Ahnung habe, was ich vorhabe. Und manchmal fange ich an, rumzustottern, wenn ich gefragt werde, ob ich schon weiß, was wir machen wollen. Manchmal sauge ich mir dann einen ganzen Film aus den Fingern, nur um intellektuell besser dazustehen. Gelegentlich reagiert eine Personen auch schon mal  verstört und bricht den Kontakt schnell wieder ab. Das ist dann aber auch nicht schade drum.

Oder - mir begegnet eine Person - angeblich  kreativ, phantasievoll, künstlerisch, begabt usw.
Die wirft dann ein Thema in den Raum und ich beginne, wie ich es vom Theater her kenne, einen dramaturgischen Faden zu entwickeln - mit Hinweisen auf bekannte Romane, Filme, Personen, Bilder, Maltechniken, psychologische und gesellschaftliche Zusammenhänge,  was auch immer und es stellt sich große Verwirrung heraus und das Fehlen der elementarsten Allgemeinbildung, das macht mich dann schon traurig.
Auch da ist es am Besten, schnell abzubrechen.

Besonders zuwider sind mir seelenlose Posen und Verrenkungen, die mir als "AUSDRUCKSSTARK" verkauft werden oder sinnlos dekorierte, auswechselbare Gesichter.

Oder, wenn ich für etwas bezahlen soll, was ich meinerseits zu verschenken bereit bin.

Aktualisiert (Samstag, den 14. August 2010 um 15:33 Uhr)